Rundgang 2014 – »Trust and Style«  05.02.–09.02.2014

Wo ist die Klasse von Aernout Mik geblieben? Wieso stellt die »ehemalige Klasse Fritsch« aus?« Und warum zeigt eine Bildhauerklasse nur Malerei? Des Rätsels Lösung: Während des Semesters wurde in der Klasse Mik viel über das Thema Kunstmarkt diskutiert. Daraus resultierte die Idee, die Klasse für den Rundgang in eine Galerie zu verwandeln und Strategien des Markts und des Marketings auf sehr pointierte Weise darzustellen. Dazu gehörte natürlich ein verkaufsträchtiger Name als »Zugpferd« und was läge näher, als sich des Namens von Miks berühmter Vorgängerin an der Akademie, Katharina Fritsch, zu bedienen. Ebenso durften ein stylishes Logo und ein zeitgeistig klingender Galeriename (»Trust and Style«) nicht fehlen. Und da Malerei sich leichter zu verkaufen scheint als bildhauerische Arbeiten, wurde die »Galerie« mit »Flachware« verschiedener Künstler bestückt.

So präpariert empfingen adrett gekleidete Hostessen und Hosts die Besucher, reichten Erfrischungen und parlierten im besten, nichtssagenden Galeriesprech: „Kaffee, Pralinen und Malerei kreieren eine anregende Umgebung, die unsere Besucher und potenziellen Kunden in die richtige Stimmung versetzt“, erklärte Sabine Fröhlich das Konzept. Ein eigens für diese Veranstaltung kreierter Jingle verzauberte die Gäste, beim Schlendern durch die Räumlichkeiten.  Zur Erinnerung gab es sogar exklusive handgefertigte Tassen mit dem „Trust and Style“ Logo. Die Inszenierung gelang so perfekt, dass nicht wenigen Besuchern die Ironie entging. Sie freuten sich darüber, endlich einmal auf eine so »ordentliche« Klasse mit so »adretten und höflichen« Studierenden zu treffen und begrüßten, dass endlich mal ein Katalog mit Preisen vorhanden war.