Lioba Schmidt

Lioba Schmidt, 1993 geboren,
studiert seit 2013 Lehramt und Freie Kunst an der Kunstakademie Münster, zunächst Malerei bei Klaus Merkel und derzeit Video und Film bei Aernout Mik. Sie ist Mitglied im Künstlerinnen-Kollektiv FOAM Münster/Kassel, sowie im Duo IntoxFox und beteiligt sich an diversen Projekten des Studios für Digitale Kunst Münster. Ihre künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit dem Gefühl der Körperlichkeit, ehrlicher Sexualität und zwischenmenschlichen Interaktionen. 2017 wird sie von Klaus Merkel zur Meisterschülerin ernannt, 2015 erhält sie den August-Macke-Förderpreis und 2017 den Förderpreis der Freunde der Kunstakademie Münster.

Zwei Mal im Bad
Kurzfilm 22:58 min

Zwei Menschen suchen ihre Beziehungsidentität, doch werden gefangen in einem Hin und Her zwischen Annäherung und Abgrenzung. Körper tanzen zusammen, positionieren und verlieren sich im Raum. Stimmungen treffen aufeinander. Das Badezimmer wird zum Beziehungsverhandlungsraum, als realer oder imaginärer Ort. Entromantisiert und in ehrlicher Nacktheit zeigt der Film Begegnungen und Beziehungsphasen, die begleitet werden von dem ständigen Gefühl zurückgelassen zu werden.

Inked Snakes
HD Video 2:26 h

In dem Video überträgt ein sich bewegender Körper Schlangenmotive auf seine Beine. Die Motive stammen von Bildern aus einem sozialen Netzwerk. Die tätowierten Körper auf den Fotos verbinden sich mit einem realen Körper. Mit voranschreitender Zeit werden die Beine mit verschiedenen Schlangenmotiven angefüllt. Festgelegte Motivauswahl und zahlreiche Vorbilder verleiten zu exzessiver Handlung, zum Nicht-Aufhören-Wollen des Modifizierens. Es visualisiert sich ein Wechselspiel zwischen dem Umgang mit medialer Körperlichkeit und dem eigenen Körper.

Poke
HD Video 7:56 min

Zwei Frauen nebeneinander. Sie hält ihren Arm. Sie justiert. Ein Körper wird gehalten. Haut wird gespannt, durchstochen und abgewischt. Ab und zu werden ein paar Worte gewechselt. Es entsteht eine Spannung zwischen konzentrierter Arbeit und Zwischenmenschlichkeiten, die in den Berührungen und Interaktionen bemerkbar werden.

Have you got any ink under your skin?
Digital Ink Jet Prints, Buntstift, Kohle und Ölkreide

Ein Blick auf tätowierte Körperteile. Die Übermalung der Umgebung, der Kleidung und der Gesichter erlaubt die Betrachtung der tätowierten Körper ohne eine Vorverurteilung des Tattoos durch das Aussehen der Person. Die schwarzen Linien hinterlassen Furchen und erinnern an die verletzte Haut einer frischen Tätowierung. Die gefärbte Haut und die verwaschenen Bilder lassen diese kaum noch nachvollziehen. Die Tinte ist Teil der Haut geworden. Körperteile schälen sich aus dem Schwarz heraus. Linien und Formen des Körpers bewegen sich miteinander und verkeilen sich ineinander.