Zauri Matikashvili

Geboren und aufgewachsen in Georgien,
lebt seit dem 12. September 2003, 9.53 Uhr, in Deutschland.
Seit 2013 Studium an der Kunstakademie Münster.

website­  mail

Shop in der Kunsthalle Düsseldorf
Installation und Performance
2017

In diesem Shop gibt es zahlreiche Objekte zu kaufen, die ich über mehrere Jahre hinweg weltweit in Museen, Galerien und Kunstveranstaltungen gesammelt habe. Dazu zählen Begleithefte zu Ausstellungen, Postkarten, Plakate, Bleistifte, Bücher, Kunstzeitschriften und Buttons, außerdem Kunstwerke, die in konzeptuellen Ausstellungen mitgenommen werden durften. Die meisten Gegenstände in diesem persönlichen Archiv waren ursprünglich kostenlos, haben für mich als Sammler – und vielleicht auch für andere – aber einen großen Wert. Ich verkaufe also Gegenstände, die ich eigentlich lieber für mich behalten würde, und muss mich ständig zwischen Weggeben oder Behalten entscheiden. Ich agiere performativ mit den Besuchern und thematisiere die Gefühle und Erinnerungen, die für mich mit den Gegenständen verbunden sind. Die Preise der Objekte setze ich radikal subjektiv fest: Je schmerzhafter das Weggeben für mich, desto höher der Preis.

 

Im Tunnel

Film (25.30), 2017


Der Film dokumentiert 24 Stunden im Hamburger Tunnel, den während des Neubaus des Hauptbahnhofs sehr viele Menschen als kürzesten Weg in die Innenstadt nutzten. Die Passanten reagieren mit Gleichgültigkeit, Neugier, aber auch Angst. Schließlich muss die Aufnahme für etwa eine halbe Stunde unterbrochen werden, weil besorgte Menschen die Polizei alarmiert haben.
Virtuelle Bratkartoffeln
Film (3:00), 2016


Am 28. August 2016 ist viel los rund ums Brandenburger Tor: An der Akademie der Künste kann man während der Berlin-Biennale in virtuelle Welten eintauchen. Halil Altindere zeigt ein Video mit dem Rapper Mohammad Hajar, Angela Merkel hat Tag der offenen Tür, „Identitäre“ demonstrieren, und ein Leierkastenmann spielt die „Berliner Luft“. Manches ist zu real, um nicht doch virtuell zu sein.

 

26. Mai ist unser Tag! 26 მაისი – ეს დღე ჩვენია!
Found-Footage-Video-Collage (6:48), 2016

Am Tag der Unabhängigkeit Georgiens von der Sowjetunion wurde 2016 ein Propagandavideo über das Fernsehen und in sozialen Medien verbreitet. Im Film sind berühmte georgische Persönlichkeiten wie Sportler, Schauspieler und Musiker zu sehen, die erzählen, wie stolz sie auf ihr Land sind. Diese Szenen sind im Split Screen mit einer dokumentarischen Found-Footage-Video-Collage kontrastiert, etwa mit Demonstrationen nationalistischer Parteien und der orthodoxen Kirche.


Kunst am Arbeitsplatz
Video (24:43), 2015

Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Oberfinanzdirektion Münster erzählen von der Bedeutung von Kunst in ihren Büros.

 

kann weg

Verschiedene Zeitungsartikel im Papiermülleimer

2016

Der Eimer ist voller zerknüllter Ausdrucke von Artikeln über Putzfrauen, die aus Versehen Kunstwerke zerstört haben. Die bekanntesten Fälle betreffen die Badewanne und die Fettecke von Joseph Beuys und die Installation „ Wenn’s anfängt durch die Decke zu tropfen“ von Martin Kippenberger.

 

O my Darling
Video (4:03), 2015

Dieses weihnachtliche Video ist nach „O my Darling, o my Darling“ benannt, dem Lieblingslied des in Münster bekannten Straßenmusikers Rama Rajasingham.

 

ამ კედლით ვერაფერს ვერ ვაკეთებ
Roter Edding auf weißer Wand, 2016

 

Museumswärter im Museum Ludwig
Live-Performance, 2015

Ich zog mich ähnlich wie ein Museumswärter an, befestigte an meinem Anzug ein Namensschild und ging in das Museum Ludwig in Köln. Ich verhielt mich wie ein Museumswärter und versuchte, möglichst lange unsichtbar zu bleiben.

 

მხედრული (Ritterschrift),
Live-Performance, 1.58.07 (Video mit Ausschnitten, 10.09), 7. Februar 2015

Während der Live-Performance “მხედრული (Ritterschrift)” schrieb ich georgische Buchstaben mit rotem Edding auf ungrundierten Leinwandstoff. Dabei trug ich ein weißes Hemd, eine schwarze Hose und schwarze Schuhe. Ähnlich bekleidet musste ich in Georgien als Schüler zu Beginn des Schuljahres in der Schule erscheinen. Die Performance dauerte so lange, bis ich die ganze Stoffbahn mit Buchstaben vollgeschrieben hatte. Mit der Zeit schrieb ich immer schneller, in den Reihen der Buchstaben versteckte ich dabei eine verschlüsselte Botschaft.

 

Selbstporträt,
Video-Performance, 06.51, 2015

Bei dieser Video-Performance warf ich zuerst Bausteine auf eine Weggabelung im Feld. Danach ging ich zu den Steinen und fing an, unter meinen Füßen nach und nach einen Turm aufzubauen. Je höher und wackeliger der Turm wurde, desto schwieriger wurde es, die Bausteine vom Boden zu heben. Ich baute so lange, bis der Turm unter meinen Fußen zusammenbrach.

 

Gebe Geld brauche Hilfe
Live-Performance am LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster
20. September 2014


Während der Neueröffnung des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster setzte ich mich vor den Eingang neben den Roten Teppich. Vor mir lag eine Mütze voller Kupfergeld. Ich gab den Menschen Münzen und bat sie darum, im Gegenzug an einer Aktion im Gebäudeinneren teilzunehmen.